World Usability Day, 10. November 2016

Sustainable UX / Green UX

Unser Planet schmilzt, das Meer steigt, und der Regenwald verschwindet. Können wir dagegen etwas unternehmen? Können wir den Menschen eine alternative User Experience auf diesem Planeten bieten? Ein Leben, das weniger Energie und Rohstoffe verschleisst und die Atmosphäre nicht derart aufheizt?

2016 widmeten wir uns am World Usability Day der nachhaltigen und grünen User Experience. Am 10. November 2016 stellen sich Redner ans Mikrofon, die Lösungen entwickelt haben, welche uns helfen, etwas schonender mit der Welt unserer Enkel umzugehen.

Der Tag in Bildern

Roland Siegenthaler

Sprecher 2016

«2040: zzzzzz statt zoom zoom …und warum wir wieder reiten lernen»

Dr. Ing. Thomas Sauter-Servaes – ZHAW School of Engineering, Zürich

Wir erleben zur Zeit den Anfang vom Ende der Mobilität, wie wir sie kennen. Das disruptive Dreigestirn aus Digitalisierung, Elektrifizierung und Robotisierung wird die Mobilitätswelt in ihren Grundfesten erschüttern. Realisiert man die Geschwindigkeit, mit der das 2nd Machine Age unseren Alltag transformiert, zeigt sich das enorme Potenzial, unsere Mobilität zukünftig bedeutend nachhaltiger zu gestalten. Wenn wir den Wandel auf unseren Strassen jedoch nicht aktiv gestalten, könnte der Verkehr im Jahr 2040 auf noch viel störender werden als heute. In jedem Fall könnte die nächste Generation «Jolly Jumper» ein Revival erleben. Belegen Sie einen Reitkurs, solange noch Plätze verfügbar sind!

«Es gibt viel zu tun – packen wir’s an!»

Andrea Zulauf – Projekt Rengoo

Die Energie der Zukunft sucht nach neuen Ideen. Wohin die Reise geht, ist heute noch nicht ganz klar. Die Menge an Strom aus erneuerbaren Energien steigt sukzessive an. Ein Problem ist aber nach wie vor die Nutzung des grünen Stroms. Die Netze sind bisher nicht dafür ausgelegt. Es besteht vor allem ein räumliches Ungleichgewicht. Virtuelle Kraftwerke benötigen mehr Intelligenz, um den Strom vor Ort besser steuern zu können. Wie das Energienetz der Zukunft im Detail aussieht, ist offen. Sicher ist, dass für eine Grüne Energieversorgung noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden muss. Gerade hier wird User Experience ein entscheidender Faktor spielen.

Schlussendlich wird die wirtschaftliche Frage entscheiden, welches Konzept und welche Technologie sich durchsetzen werden.

«Klimafreundliche Ernährung»

Manuel Klarmann – Eaternity, Zürich

Klimafreundliches Essen zu kochen ist einfach auch wenn es kompliziert und zeitaufwändig klingt. Eaternity zeigt Restaurants und Konsumenten wissenschaftlich auf wie man sein Essen klimafreundlich gestalten kann: Schliesslich stammen rund ein Drittel unserer Treibhausgase aus der Ernährung. Eaternity sieht die Möglichkeit diese Emissionen um die Hälfte zu reduzieren. Das entspricht jährlich einer Tonne CO2 pro Person. Das Team von Manuel Klarmann stellt Restaurants mit einer App die Auswirkungen klimafreundlicher Ernährung messbar dar. Dabei haben sie einen revolutionären Ansatz gewählt und bieten Einblicke in die gesamte Lieferkette. Mit der Compass Group Schweiz wird das Programm bereits umgesetzt und mit dem Eaternity Award werden die klimafreundlichen Menüs innerhalb der Betriebe ausgezeichnet.

«2000 What? Zurück in die Energiezukunft»

Lutz Gegner – BEN Energy, Zürich

Die Auswirkungen unseres Verhaltens auf den Energieverbrauch entziehen sich grösstenteils unserer Wahrnehmung und somit unserem Bewusstsein. Wie können aber mehr Menschen für einen bewussteren Umgang mit Energie sensibilisiert und zu einem nachhaltigeren Verhalten bewegt werden? BEN Energy nutzt verhaltenswissenschaftliche Ansätze, Data Analytics und Design, um durch den intelligenten Einsatz von Informationstechnologien unseren Umgang mit Energie spielerisch und langfristig zu beeinflussen.

«Vom Schubsen und anderem Glück in Zeiten grüner/nachhaltiger UX»

Andreas Wolkenstein – Universität Thübingen

Ob Klima, Gesundheit oder Privatheit – grüne/nachhaltige UX kann die Welt zu einem besseren Ort machen. Ist das nicht eine schöne Vorstellung? Gutes tun und sich wohl fühlen dabei, so einfach könnte es sein. Aber halt, mag sich der eine oder die andere denken: werden wir dabei nicht ausgetrickst und zum Guten verführt? Ist es wirklich unsere freie Wahl, wenn wir das Gute nur dann tun, wenn wir uns dabei auch gut fühlen? Muss sich das Gute nicht irgendwie auch nach Entbehrung anfühlen? Oder zumindest einem Prozess harten Nachdenkens und Entscheidens folgen?

Blickt man genauer auf grüne/nachhaltige UX, so tauchen Fragen auf, die an die Diskussion um den libertären Paternalismus, an die kleinen „Schubser“ (nudging) erinnern. Wir werden uns mit diesen Diskussionen befassen und fragen, ob grüne/nachhaltige UX mit unserer Vorstellung von Freiheit zusammenpasst. Die Antwort lautet: Ja! Wir werden schliesslich ein Verständnis von grüner/nachhaltiger UX entwickeln, in dem diese als eine Art Versprechen gedeutet wird, das von der UX-Community den BürgerInnen gegenüber abgegeben wird. Der Vorteil dieser Sichtweise wird deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, dass damit eine begrüssenswerte Politisierung der UX-Forschung einhergeht. Dies wird am Ende mit einigen Beispielen belegt.

Moderation und Lean World Café

Christian Hauri, Hauri Ergonomie & Coaching GmbH

Sponsoring 2016

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Sponsoren.

TestingTime ist Silbersponsor des WUD 2018
Atfront ist Bronze-Sponsor des WUD 2018